(Website dient zu Archivzwecken: Vorgelegt im Jahr 2016)
Meilensteine der Digitalisierung
- 1990
-
Die kommerzielle Phase des Internets beginntDie Universität Wien wird als erster österreichischer Knoten ans Internet angeschlossen
- 1992
-
Die erste digitale Kurznachricht (SMS) wird verschickt
- 1994
-
Im neuen Institutsionsgebäude (NIG) der Universität Wien wird ein Raum mit 18 PC-Arbeitsplätzen und 2 PCs eingerichtet
- 1995
-
Das erste Smartphone ("Simon") wird verkauft
Amazon verkauft das erste Buch auf seiner Platform
eBay startet als erste Plattform für Internet-Auktionen
Internetpakete für Geschäfts- und Privatkunden erhältlich - 1996
-
Das Geburtsjahr von Google
- 1997
-
Help.gv.at und RIS
(Rechtsinformationssystem) gehen onlineStart von Online-Banking
- 1998
-
Gründung des Online-Bezahlsystems PayPal
- 2000
-
Das Datenschutzgesetz tritt in Kraft
- 2001
-
Das erste frei lizensierte Lexikon Wikipedia wird gelaunchtDas E-Commerce-
Gesetz tritt in Kraft - 2002
-
Zentrales Melderegister geht online
- 2003
-
Skype, ein kostenloser Instant Messaging-
Dienst, wird eingeführtStart von Finanz-Online - 2004
-
Das soziale Netzwerk Facebook wird veröffentlicht
Über 50 % der Österreicher/-innen sind online (nutzen das Internet)
Der elektronische Verkehr mit öffentlichen Stellen wird im E-Government-Gesetz geregelt
Die BürgerInnenkarte (amtlicher Ausweis im elektronischen Verwaltungsverfahren) ist verfügbar
- 2005
-
Start von
YoutubeAlle sozialversicherten BürgerInnen erhalten die e-Card
Die ersten WLAN-Hotspots versorgen Teile der Universität Wien
82 % aller Unternehmen nutzen Online-Angebote von Ämtern und Behörden
- 2006
-
Start von
Twitter - 2007
-
Die Einführung des iPhone mit seiner Multitouch-Bedienoberfläche markiert einen Wendepunkt im Smartphone-Markt
Österreich gewinnt den United Nations Public Service Award für eJustiz und RIS.bka.gv.at
- 2008
-
Das Bitcoin-Zahlungssystem (virtuelles Geld, Kryptowährung) wird erstmals in einem White Paper beschrieben
- 2009
-
Start von
WhatsAppEinführung der Handy-Signatur
- 2010
-
Start des Unternehmens- serviceportal (USP)
- 2011
-
Google startet das
„Google Art Project“, das einen virtuellen
Rundgang durch bedeutende
Museen ermöglicht - 2012
-
Erster Test eines
autonomen Fahrzeuges
auf öffentlichen Straßen - 2013
-
Über 80 % der ÖsterreicherInnen nutzen das Internet
- 2014
-
Die erste Generation von 3D-Druckern erobert die Privathaushalte
Österreich gewinnt den United Nations Public Service Award für Open Government Data
eRechnung an den
Bund wird möglich - 2015
-
82 % aller Haushalte haben einen Internetzugang
GewerbeInformations-
System Austria (GISA)
startetIn Wien und der Steiermark startet
ELGA, der elektronische Gesundheitsakt - 2016
-
In Dubai entsteht das
erste Haus aus dem
3D-DruckerDie Digitalroadmap für Österreich wird erstellt
Start von Silicon Austria
Start der Initiative #gegenHassimNetz
- 2017
-
60 % aller Fahrzeuge sind miteinander vernetzt
Digitale Gesamtstrategie für den schulischen Bereich
Digitale Gesamtstrategie für den schulischen Bereich
Entwicklung einer österreichischen 5G Strategie
Start des Förderprogramms KMU digital
Elektronischer One-Stop Shop für Unternehmensgründungen
Start der Testumgebungen für automatisiertes Fahren
Wiedereinführung des Fachkräftestipendiums
Start der Ausbildungsgarantie bis 25
Entwicklung eines Quantencomputer-Demonstrator
- 2018
-
Förderprogramm zur Quantenforschung
Labor für autonomes Fahren auf der
Eisenbahn - 2019
-
Weltweit werden
5,5 Mio. 3-D Drucker
verkauftElektronischer
ImpfpassEuropaweit gültiger digitaler Ausweis
- 2020
-
25 Mio. Geräte sind mit dem Internet verbunden
Recht auf elektronische Zustellung
Österreich als 5G Pilotland
- 2022
-
Die Ausrollung des 5G Standards beginnt
- 2024
-
90 % aller Fahrzeuge
sind vernetzt - 2025
-
Die weltweiten Investitionen in Virtual Reality Anwendungen erreichen rd. 35 Mrd. USD
Die Blockchain-Technologie erreicht den Massenmarkt
Gemeinsame
Leitprinzipien
Wegweiser in die digitale Zukunft
Auf dieser Grundlage präsentiert die Digital Roadmap in zwölf Handlungsfeldern rund 150 konkrete Maßnahmen, damit die Digitalisierung für Österreich ein Gewinn werden kann. Mit der Roadmap sind erstmals die Aktivitäten aller Ressorts in einem gemeinsamen Strategiepapier der Bundesregierung gebündelt. Weil die Digitalisierung unsere Welt mit enormer Geschwindigkeit verändert, bleibt auch die Digital Roadmap in Bewegung. Sie ist ein dynamisches Strategiepapier, das laufend an aktuelle Entwicklungen rund um die Digitalisierung angepasst wird, und damit ein verlässlicher gemeinsamer Wegweiser in Richtung digitale Zukunft.

Die 12 Leitprinzipien
der Digital Roadmap:
- Jeder Mensch in Österreich soll an der Digitalisierung teilhaben können. Wir wollen die digitale Kluft schließen.
- Digitale Bildung soll möglichst früh beginnen. Kein Kind soll ohne digitale Kompetenzen die Schule verlassen.
- Grund- und Menschenrechte gelten auch in der digitalen Welt. Wir wollen die digitale Eigenverantwortung und Zivilcourage stärken.
- Der Zugang zum Internet durch eine gut ausgebaute und leistbare digitale Infrastruktur ist für die BürgerInnen wie auch die Unternehmen in Österreich essenziell und soll sichergestellt werden.
- Wir wollen durch die Digitalisierung mehr und bessere Arbeitsplätze schaffen und die Menschen dafür entsprechend bilden und qualifizieren.
- Durch die Digitalisierung entstehen auch neue Geschäfts- und Arbeitsmodelle. Dafür wollen wir moderne gesetzliche Rahmenbedingungen schaffen.
- Österreich soll zu den international führenden digitalen Wirtschaftsstandorten gehören. Dazu müssen wir Unternehmen bei der digitalen Transformation unterstützen.
- Wissenschaft und Forschung sollen bei der Entwicklung neuer digitaler Möglichkeiten gestärkt werden, damit Österreich in Zukunft zu den Innovation Leadern zählt.
- Wir werden den europäischen digitalen Binnenmarkt aktiv mitgestalten.
- Sicherheit im digitalen Raum sehen wir als gemeinsame Verantwortung von öffentlichen Institutionen, Wirtschaft und BürgerInnen. Österreich soll weiterhin hohe Datenschutzstandards haben.
- Wir wollen eine respektvolle Diskussionskultur im Netz und qualitative journalistische Arbeit auch in der digitalen Welt sicherstellen und fördern.
- Die öffentliche Hand sieht sich auch als Innovationsmotor für Österreich. BürgerInnen und Unternehmen haben das Recht auf eine komfortable, einfache und barrierefreie elektronische Kommunikation mit der öffentlichen Verwaltung.
Unser Weg
in die digitale Zukunft
Die Geschichte zeigt, dass der technologische Wandel eine mächtige Triebkraft für gesellschaftliche Veränderungsprozesse zum Positiven sein kann. Neue Technologien haben die Menschen immer schon vor Herausforderungen gestellt, aber auch ihre Handlungsspielräume erweitert, ihr Leben erleichtert und Fortschritt möglich gemacht.
Die neolithische und die industrielle Revolution sind die Ergebnisse eines technisch ermöglichten wirtschaftlichen und sozialen Wandels, wie die Erfindung des Buchdrucks die Wissenschaft und Weltbilder weiterentwickelt hat.
Digitalisierung ist Alltag
Die Digitalisierung eröffnet ein neues Kapitel in unserer Entwicklung. Digitale Infrastrukturen, Produkte und Dienstleistungen verändern die Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Politik. Die mit der Digitalisierung einhergehenden technologischen Veränderungen umfassen derzeit u. a. den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie im Fertigungsbereich (Industrie 4.0), den Einsatz von Big Data und künstlicher Intelligenz (KI) oder die Durchdringung unserer Welt mit Anwendungen des „Internets der Dinge“. Die Digitalisierung verändert auch unsere Art, zu kommunizieren, unsere sozialen Beziehungen, die Möglichkeiten der Teilhabe und unser Arbeitsumfeld. Die Digitalisierung ist keine Entwicklung, die uns erst in der Zukunft bevorsteht. Sie ist weder ein technologisches Nischenthema noch ein Geschäftsfall nur für „große Konzerne“. Sie ist schon heute Teil unseres Alltags. Sie betrifft uns alle. So besitzen bereits 92 % der österreichischen MobiltelefonnutzerInnen ein Smartphone – um 6 % mehr als 2015. Nahezu jede und jeder trägt damit durchgehend einen Schlüssel zur digitalen Welt bei sich.
Neue Chancen
Die Potenziale der Digitalisierung sind enorm und vielfältig: Sie kann neue Chancen für Wachstum, Arbeit und Wohlstand eröffnen, die Gesundheitsversorgung verbessern, die Energiewende vorantreiben, die Chancen- und Teilhabegerechtigkeit fördern, die staatliche Transparenz unterstützen oder unsere Demokratie weiterentwickeln helfen.
Neue Herausforderungen
Gleichzeitig stellt uns der digitale Wandel vor neue Herausforderungen: Die Angst vor lückenloser Überwachung und Einschränkungen unserer Freiheit muss uns ebenso beschäftigen wie der Schutz vor Cyberkriminalität oder ethische Fragen rund um den Einsatz künstlicher Intelligenz. Ein intensiv diskutiertes Thema ist die Befürchtung, dass die Digitalisierung massenweise menschliche Arbeitskraft ersetzt. Diese Angst hat bisher jeden technologischen Wandel begleitet. Klar ist, dass der technologische Wandel Arbeitsprozesse und -inhalte verändert. Einerseits werden Tätigkeiten ersetzt, andererseits werden laufend neue Tätigkeitsfelder entstehen, die heute noch nicht existieren. Wichtig sind moderne Rahmenbedingungen, soziale Absicherung und gezielte Qualifizierungsmaßnahmen für die ArbeitnehmerInnen, damit die Potenziale der Digitalisierung für neue, gute Arbeitsplätze realisiert werden können.
Digitale Teilhabe
Digitalisierung bedeutet nicht nur, Zugang zu neuen Technologien zu haben, sondern an den Möglichkeiten einer modernen Gesellschaft teilzuhaben. Wissen, Arbeitswelt und Freizeit werden immer stärker von digitalen Anwendungen bestimmt. Alle Menschen in Österreich sollen unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Alter oder sozialer Schicht von den Möglichkeiten der digitalen Welt profitieren können. Durch Sicherstellung dieser Teilhabe von frühester Kindheit an kann digitale Armut vermieden und in Zukunft ein wesentlicher Beitrag zur Armutsbekämpfung geleistet werden.
Digitalisierung braucht Gestaltung
Die Digitalisierung ist kein Selbstläufer. Sie ist keine Entwicklung, die man nur bestaunen oder bloß abwarten kann. Damit wir die positiven Effekte der Digitalisierung nutzen und kritische Effekte dieses Transformationsprozesses vermeiden können, braucht es entsprechende politische Ziel- und Schwerpunktsetzungen. Es braucht eine offensive Gestaltung der Digitalisierung im Interesse und zum Nutzen aller. Eine Blockade- oder Abwehrhaltung gegenüber dem digitalen Wandel würde uns im internationalen Vergleich nur auf das Abstellgleis führen. Die Zukunft lässt sich nicht verbieten.
Mehr Innovationskraft durch Digitalisierung
Eine ganz besondere Rolle spielt die Digitalisierung für die Weiterentwicklung unserer Innovationskraft. Im internationalen Wettbewerb ist Innovationskraft für Europa und für Österreich eine der wichtigsten Zukunftsversicherungen. Das ambitionierte Ziel der österreichischen Bundesregierung, unser Land in Europa zu einem Innovation Leader zu machen, wird angesichts der Digitalisierung immer wichtiger. Die Digitalisierung bietet Schlüsseltechnologien für die Entwicklung von wirtschaftlichen und sozialen Innovationen. Nur als wettbewerbsstarker Innovationsführer kann Österreich sein Wirtschafts- und Sozialmodell aufrechterhalten und weiterentwickeln sowie Chancengerechtigkeit und soziale Sicherheit durch innovative, leistungsfähige Unternehmen und hochwertige Arbeitsplätze sichern.
Die Fundamente der Digitalisierung
Bei der positiven Gestaltung der Digitalisierung sind die Themen Datenschutz und Cybersicherheit, moderne gesetzliche Rahmenbedingungen für neue Geschäftsmodelle sowie die faire Ausgestaltung von Arbeitsbedingungen zentrale Aufgaben der Politik. Drei Bereiche bilden das wesentliche Fundament für eine erfolgreiche Digitalisierung: die Entwicklung eines Bildungssystems, das fit für die digitalen Chancen macht, die Sicherstellung einer erstklassigen digitalen Infrastruktur sowie eine Forschungs- und Innovationspolitik, die Österreichs Stärken gezielt fördert.
Digitale Chancen durch Bildung
Die Digitalisierung erfordert die zügige Weiterentwicklung unseres Bildungssystems. Routinetätigkeiten verlieren in der modernen Arbeitswelt an Bedeutung, die Arbeitsinhalte werden komplexer. Der Fachkräftebedarf in der digitalen Wirtschaft steigt und auch die Teilhabe an der Gesellschaft setzt digitale Kompetenzen voraus. Das Bildungssystem muss diesen Anforderungen auf allen Ebenen Rechnung tragen. Der Einsatz digitaler Tools im Bildungssystem muss zur Selbstverständlichkeit werden. Digitale Medienkompetenz wird Bestandteil der Grundbildung. Die Requalifikation von bereits im Arbeitsprozess stehenden Menschen sichert deren Beschäftigungsfähigkeit. Bildungsinnovationen müssen forciert werden und rasch, breitflächig Eingang ins Regelsystem finden.
Digitale Infrastruktur
Die digitale Infrastruktur ist das Nervensystem des digitalen Standorts Österreich. Um die Digitalisierung Österreichs zu einer Erfolgsgeschichte zu machen, braucht es eine leistungsfähige, flächendeckende Infrastruktur. Die Entwicklung und Verbreitung digitaler Anwendungen, Produkte, Dienstleistungen und Arbeitsformen ist auf leistungsfähige Breitband-Internetverbindungen angewiesen. Die digitale Infrastruktur ist auch im Sinne einer Daseins- und Zukunftsvorsorge zur Stärkung der Teilhabe- und Chancengerechtigkeit ein unverzichtbares Rückgrat für die künftige Entwicklung Österreichs. Mit dem Ziel, Breitband mit über 100 Mbit/s bis 2020 flächendeckend auszubauen und Vorreiter bei der 5G-Entwicklung zu werden, setzt Österreich einen wichtigen Schritt zur Sicherung des Standorts und einer lebenswerten Gesellschaft.
Forschung und Innovation stärken
Forschung und Innovation schaffen vielfach die Grundlagen für erfolgreiche digitale Produkte und Dienstleistungen. Wir stehen dabei erst am Anfang einer Entwicklung. Der Forschungsstandort Österreich zählt in einigen Disziplinen bereits zur Weltspitze (z. B. Quantencomputing, Life Sciences, Metallurgie, Autoindustrie). Diese Stärkefelder müssen gezielt ausgebaut und im Kontext der Digitalisierung und der digitalen Produktion weiter gestärkt werden. Gleichzeitig müssen sich Wissenschaft und Forschung intensiv mit kritischen Bereichen der Digitalisierung auseinandersetzen, etwa mit Blick auf die Gewährleistung der Freiheits- und Grundrechte, auf die Datensouveränität der BürgerInnen, auf die intelligente internationale Regulierung von Technologie- bzw. Medienkonzernen oder auf die ethischen Implikationen künstlicher Intelligenz.
Digitalisierung als Einstellungs- und Wertefrage
Der erfolgreiche Umgang mit dem Prozess der Digitalisierung ist auch eine gesellschaftliche Einstellungs- und Wertefrage. Die Digitalisierung fordert von uns, in größeren Zusammenhängen zu denken und zu handeln. Was technisch möglich ist, muss gesellschaftlich nicht erwünscht sein. Die Entscheidungen dafür müssen weiter bei uns liegen. Letztlich muss auch im digitalen Zeitalter immer der Mensch die Verantwortung für Entscheidungen tragen. Die Digitalisierung braucht deshalb überzeugende Visionen und klare ordnungs- und gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen für deren Umsetzung.
Digitaler Humanismus und die Demokratisierung von Wissen
Die Demokratisierung von Wissen, freie Kommunikation und der freie Zugang zu Informationen, Open Data, Open Innovation und Open Source sind Potenziale für unsere digitale Gesellschaft, die Wachstum, Wohlstand und Teilhabemöglichkeiten verstärken und unsere Gesellschaft positiv weiterentwickeln. Offenes und geteiltes Wissen soll einen Beitrag zu mehr faktenbasierten, öffentlichen Diskussionen und Reflexionen leisten und kann so wichtiger Baustein für eine neue Aufklärung sein. Der Umgang miteinander und die Diskussionskultur in der digitalen Welt brauchen formelle und informelle Regeln, Eigenverantwortung und Zivilcourage.
Visionen für Österreich 2025
Unser Land soll bei der Gestaltung der Digitalisierung als Innovation Leader eine führende Rolle spielen. Nur dann ist gesichert, dass alle Menschen in Österreich von den Vorteilen der Digitalisierung profitieren können.
- Die UnternehmerInnen sollen 2025 die Motoren einer digitalen Wirtschaft sein, die durch neue Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodelle neue Erfolgsgeschichten und Wachstum für den Standort Österreich generiert. Österreichische Unternehmen punkten – vom kleinen KMU bis zum großen Leitbetrieb – auf Basis erfolgreicher Forschung und Innovation auf dem internationalen Markt mit ihren digitalen Produkten und Dienstleistungen. Es zahlt sich in Österreich aus, in neue Technologien zu investieren.
- Die ArbeitnehmerInnen sollen 2025 von einer hohen Beschäftigung und hochwertigen Arbeitsplätzen in der digitalen Wirtschafts- und Arbeitswelt profitieren. Laufende, flexible Qualifizierung sichert die eigene Beschäftigungsfähigkeit und Arbeitszufriedenheit. Dank einer hochwertigen Breitbandinfrastruktur, die ortsunabhängiges Arbeiten ermöglicht, profitiert das ganze Land von einem digitalen Jobwunder.
- Junge Menschen sollen 2025 von einem chancengerechten Bildungs- und Ausbildungssystem profitieren, das sie fit für die Chancen und Herausforderungen einer digitalen Welt macht. Ein moderner Fächerkanon, innovative Vermittlungsformen und digitale Lernplattformen sorgen dafür, dass Bildungseinrichtungen – vom Kindergarten über die Schule bis hin zur Universität – Werte, Wissen und Fähigkeiten vermitteln, die die Persönlichkeitsentwicklung und Beschäftigungsfähigkeit unterstützen.
- Auf die BürgerInnen warten 2025 neue Mobilitätskonzepte, die durch eine intensive Vernetzung von Individualverkehr und öffentlichem Verkehr Komfort und hohe Sicherheit gewährleisten. Per Smartphone kann jede und jeder die schnellste, preiswerteste und umweltverträglichste Möglichkeit ermitteln, das jeweilige Ziel zu erreichen. Vernetzte Autos warnen uns vor potenziellen Gefahren wie Unfällen, Baustellen oder Glatteis. Staus sollen der Vergangenheit angehören.
- Das Internet ist 2025 ein Ort des freien Wissens und der Kommunikation. Durch eine Kultur der digitalen Zivilcourage, eine aufgeklärte Informationskultur und eine tief verankerte Medienkompetenz gehören Hasspostings und Falschmeldungen der Vergangenheit an. Die positiven Aspekte der unbegrenzten Möglichkeiten, weltweit zu kommunizieren, zu lernen und sich weiterzuentwickeln dominieren gegenüber negativen Aspekten beziehungsweise angstschürenden Stimmungen.
- Die Bevölkerung soll 2025 von weniger Energie- und Umweltverbrauch profitieren. Das senkt die persönlichen Energiekosten und unterstützt die Energiewende für den Klimaschutz. Smarte Technologien und Anwendungen erhöhen die Energieeffizienz und senken die Energieabhängigkeit vom Ausland.
- PatientInnen sollen 2025 von einem Gesundheitssystem profitieren, das erstklassige medizinische Betreuung sowie Pflege für alle sicherstellt und finanzierbar macht. Der Einsatz digitaler Tools unterstützt die eigene Gesundheitskompetenz und fördert damit die Gesundheit. Personalisierte Medikamente und Therapien sorgen für den schnellstmöglichen Weg zurück zur Gesundheit.
- Die BürgerInnen sowie Unternehmen sollen 2025 von einer leistungsfähigen öffentlichen Verwaltung profitieren, die sowohl ein effizienter Dienstleister ist, selbst als Innovator wirkt als auch Innovationsmotoren unterstützt. Die digitale Kommunikation reduziert den Zeit- und Bürokratieaufwand massiv. Die BürgerInnen werden von staatlichen Einrichtungen individuell serviciert. Der Staat wird zum digitalen Partner der BürgerInnen. Auch in der BürgerInnenpartizipation und bei demokratischen Entscheidungsprozessen ermöglicht die Digitalisierung mehr BürgerInnennähe.
Damit diese beispielhaften Visionen Wirklichkeit werden können, muss Österreich seine politischen Bemühungen zur Gestaltung der Digitalisierung bündeln und mit Leuchtturmprojekten forcieren. Die Digital Roadmap bildet dafür den strategischen Rahmen.
Strategie: Digital Roadmap
Die Digitalisierung ist ein politisches Querschnittsthema. In vielen Fachbereichen und auf unterschiedlichen Ebenen (z. B. Ressorts, Gebietskörperschaften, Sozialpartner, NGOs, Wirtschaft) gibt es bereits Strategien, die sich mit Teilaspekten der Digitalisierung beschäftigen und konkrete Maßnahmen vorsehen, die den digitalen Wandel unterstützen und gestalten. Jetzt braucht es ein koordiniertes Vorgehen von Politik, Verwaltung, Sozialpartnern, Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung sowie der Zivilgesellschaft. Die Digital Roadmap der Bundesregierung ist das Fundament, auf das alle weiteren abgestimmten Aktivitäten aufbauen können.
Szenario 2025:
Was wird möglich sein?
5G
Die fünfte Generation des Mobilfunkstandards ist von großer Bedeutung für die zukünftige mobile Nutzung des Internets. Mit Datenraten von bis zu 10 GBit/s, geringen Latenzzeiten und einer hohen Dichte an angeschlossenen Endgeräten wird eine Vielzahl neuer Geschäftsmodelle und Anwendungen ermöglicht und die Basis für das Internet der Dinge geschaffen. Die Verfügbarkeit der 5G-Infrastruktur hat daher für die zukünftige Entwicklung des Standorts Österreich einen sehr hohen Stellenwert.
-
GSM0,24 Mbit/s
2G -
UMTS 3G40 Mbit/s
-
LTE150 Mbit/s
4G -
5 G10.000 Mbit/s
Entwicklung der Datenraten im Mobilfunk
Internet der Dinge
In Zukunft werden Geräte Zustandsinformationen (z. B. aktuelle Nutzung, Alterung, Umweltbedingungen) im Internet zur Verfügung stellen und untereinander kommunizieren. Kombiniert mit den Bedürfnissen der NutzerInnen können Geräte automatisch Unterstützung leisten und unser Leben erleichtern. Die Industrie profitiert von einer besseren Instandhaltung von Maschinen, da Zustandsinformationen automatisch kommuniziert werden. Geräte am Körper können Körperfunktionen wie Herzschlag und Blutdruck kommunizieren und ermöglichen die medizinische Überwachung des Gesundheitszustands von PatientInnen aus der Entfernung.
Das Internet der Dinge ist bereits Realität: 2020 wird es fast 3x so viele Geräte geben, die online sind, wie Menschen.
Anzahl der mit dem Internet verbundenen Geräte weltweit, in MrdDas Internet der Dinge ist auch die Basis für autonomes Fahren: Mithilfe von Sensoren sind Autos in der Lage, selbstständig zu fahren. Das ermöglicht völlig neue Mobilitätskonzepte, durch eine Vernetzung von Individualverkehr und öffentlichem Verkehr mehr Komfort für den Menschen und weniger Umweltverschmutzung durch intelligentes/optimiertes Fahren. Bis 2025 werden – wenn das Potenzial des autonomen Fahrens genutzt wird – 90 % der Unfälle vermieden werden können. Gleichzeitig wird sich die Anzahl der Fahrzeuge womöglich drastisch reduzieren. Menschen, die heute geboren werden, werden vielleicht nie selbst Auto fahren.

Big Data
Die Datenmenge, die wir täglich generieren, wächst nicht mehr linear, sondern exponentiell. Die heute zur Verfügung stehende Masse an Daten ist zu groß und komplex, um sie mit konventionellen Methoden zu bearbeiten. Vor allem für den Dienstleistungssektor und die Medizin ergeben sich durch mehr Informationen neue Möglichkeiten. Dank der Verschränkung großer Datensätze können völlig neue Erkenntnisse gewonnen werden. Durch neue Diagnosemethoden wird es möglich, die genetischen Merkmale von Erkrankungen zu identifizieren. So können Medikamente und Therapien entwickelt werden, die genau an das persönliche Krankheitsprofil der PatientInnen angepasst sind. Gleichzeitig stellen die Produktion und Nutzung von immer größeren Datenmengen die Sicherung von Privatsphäre und der Datensouveränität vor neue Herausforderungen.
Täglich werden 2,5 Exabytes an Daten generiert. 90 % aller Daten sind erst in den letzten 2 Jahren entstanden.
Datenverkehr im Internet in Exabytes pro Monat
Künstliche Intelligenz (KI)
Die Rechenleistung von Computern wächst exponentiell. Das in den letzten Jahren entstandene enorme Datenvolumen schafft die Basis für die Fortschritte im Bereich der KI. Maschinen sind dazu in der Lage, zusätzlich zu strukturierten Daten unstrukturierte Daten wie Sprache oder Fotos zu verarbeiten. Dadurch können in Zukunft immer mehr Informationen aus Daten gewonnen werden, die bisher niemandem zugänglich waren. Zudem sind Maschinen dazu in der Lage, zu lernen. Computer lernen durch jeden einzelnen Fall dazu, wodurch sich die Fehlerwahrscheinlichkeit immer weiter verringert. Ein Computer kann innerhalb von zehn Minuten eine Tumordiagnose stellen. 2030 könnten auch Neuroprothesen möglich sein: Neuronale Teile ersetzen motorische, sensorische und kognitive Fähigkeiten, die infolge einer Verletzung oder Krankheit beeinträchtigt wurden. Das wirft neue ethische Fragen auf: Welche Entscheidungen darf ein Computer treffen? Wer haftet für die „falsche“ Entscheidung einer Maschine?

Offenes Wissen
Der Zugang zu Informationen wird durch die elektronische Datenverarbeitung massiv vereinfacht. Wissen unterliegt nicht mehr den üblichen „Marktgesetzen“, da Informationen in unterschiedlicher Form frei verfügbar sind und auch geteilt werden können. Wissen wird dank der kontinuierlichen Weiterentwicklung durch die Allgemeinheit auch qualitativ verbessert. Onlinekurse, Simulatoren und personalisierte Lernmanagementsysteme ermöglichen Lernen und Studieren zu jeder Zeit und an jedem Ort. Educational Technologies (EduTech) wie Serious Games und Learning-Apps unterstützen das altersadäquate Aneignen digitaler Kompetenzen wie Programmieren. Diese „Demokratisierung des Wissens“ leistet einen massiven Beitrag zur Chancengerechtigkeit.


Erweiterte und virtuelle Realität
In Echtzeit werden – meist über eine Brille – visuelle Zusatzinformationen oder Objekte eingeblendet und damit wird eine interaktive virtuelle Umgebung geschaffen. Die Anwendungsfelder sind schier unendlich und reichen von der Tourismus- und Freizeitwirtschaft über den Bildungsbereich bis hin zu Anwendungen im Handwerk und der Bauindustrie. So kann in Zukunft zum Beispiel ein Bauprojekt bereits vor Baubeginn im virtuellen Raum besichtigt werden oder es können im Rahmen von Wartungs- oder Reparaturarbeiten Arbeitsanleitungen direkt am Objekt eingeblendet werden.

3D-Druck
Der 3-D-Druck könnte die klassische Fertigung ersetzen. Es ist bereits heute möglich, ein Haus aus Teilen zu fertigen, die ausschließlich aus dem 3-D-Drucker stammen. Die Produktion wird dadurch dezentral. Produktion und Verbrauch finden am selben Ort statt. Das hat enorme Auswirkungen auf den Verkauf, die Distribution und den Transport. Erzeugte Produkte könnten passgenau an den Einsatzzweck angepasst werden, z. B. können Kniegelenke für PatientInnen kostengünstig hergestellt werden. Der Druck im Mikro- und Nanobereich ermöglicht den Betrieb von winzigen medizinischen Geräten. Auch ganze Häuser- oder Autoteile können gedruckt werden.

Intelligente Materialien (4D)
Der nächste Schritt sind Gegenstände und Materialien, die sich Umweltbedingungen automatisch anpassen (z. B. Kleidung, die bei Regen wasserfest wird, oder Materialien, die sich bei Schäden selbst reparieren). Neue Druckverfahren könnten es in Zukunft auch ermöglichen, elektrisch funktionale Tinte auf Materialen zu drucken, wodurch aktive oder passive Geräte, wie z. B. Widerstände, entstehen. Diese Technologie kann anspruchsvolle elektronische Anwendungen kostengünstig ermöglichen. Sensoren für Bauwerke können in Zukunft zur Überwachung von Schwingungen und des Materialzustands von Gebäuden, Brücken und Infrastruktur eingesetzt werden und die Instandhaltung wesentlich erleichtern.
Intelligente Energienetze (Smart Grids)
Sie erlauben eine direkte Kommunikation zwischen VerbraucherInnen und Netzbetreibern. Durch die Verwendung digitaler Technologien können die Versorgungsnetze zentral gesteuert und gemanagt werden. Dies sorgt dafür, dass Angebot und Nachfrage im Verteilernetz ausgeglichen werden. Dadurch wird auch die Einspeisung erneuerbarer Energien erleichtert. Bis 2030 können so weltweit jährlich 6,3 Milliarden Megawattstunden an Energie eingespart werden. Die Einführung digitaler Technologien ermöglicht den KundInnen eine bessere Kontrolle ihres Verbrauchs und der Kosten. Die Digitalisierung wird somit einen wesentlichen Beitrag zur Energieeffizienz und zur Förderung eines nachhaltigen Umstiegs auf erneuerbare Energien leisten.

Blockchain
Eine Blockchain ist ein dezentrales Protokoll, das dauerhaft und unveränderbar definierte Transaktionen zwischen zwei Parteien innerhalb eines Netzwerks erfasst. Dabei gibt es keinen Mittelsmann mehr, weil eine Blockchain öffentlich und weltweit für alle zugänglich ist. Sie gehört niemandem und ist durch diese Transparenz nahezu unmanipulierbar. Diese Technologie kann die Art und Weise, wie wir Verträge abschließen, an Börsen handeln oder Bankgeschäfte erledigen, grundlegend verändern. Zum Beispiel könnten in Zukunft digitale Verträge mittels Blockchain-Technologie fälschungssicher gemacht werden.
Legende
-
Gesamtstrategie „Digitale Bildung“
"Bildung 4.0" bündelt alle Initiativen des Bildungsministeriums und setzt gezielt Schwerpunkte auf digitale Kompetenzen, die Infrastruktur und Bildungsmedien. Digitale Bildung soll verstärkt im Bildungswesen verankert werden.
-
Breitbandstrategie 2020
Bis 2020 soll eine nahezu flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Breitband-Internet erreicht werden. Dafür wird 1 Mrd. EUR („Breitbandmilliarde“) bereitgestellt, die insbesondere ländlichen Regionen zugute kommen soll.
Link: Breitbandstrategie 2020 -
FTI-Strategie des Bundes
Durch Definition von strategischen und operativen Zielen sollen Stärken im Bereich Forschung, Technologie und Innovation weiter ausgebaut, neue Zukunftsfelder und Nischen besetzt, transparente Förder- und Entscheidungsstrukturen etabliert sowie ein effizienter und nachhaltiger Einsatz öffentlicher Mittel sichergestellt werden.
Link: FTI Strategie -
Open Innovation Strategie
Die Öffnung, Erweiterung und Weiterentwicklung des österreichischen Innovationssystems soll vorangetrieben und Open Innovation als handlungsleitendes Prinzip im Innovationssystem verankert werden.
Link: Open Innovation Barrierefrei -
IP-Strategie
IP steht für Intellectual Property (Geistiges Eigentum): Das geistige Eigentum der heimischen Wirtschaft und der Forschenden soll besser geschützt und wirtschaftlich verwertet werden.
-
Kreativwirtschaftsstrategie
Die Kreativwirtschaft soll in ihrer Rolle als Innovations- und Transformationsmotor bei der Entwicklung und Vermarktung neuer Produkte unterstützt werden.
Link: Kreativwirtschaftsstrategie für Österreich -
Gründerlandstrategie
Das Umfeld für Gründer soll kontinuierlich verbessert und Rahmenbedingungen so gestaltet werden, dass Innovationskraft und Unternehmergeist gefördert werden.
Link: BMWFW Land der Gründer -
efit 21 zur digitalen Bildung
Mit efit21 wurden gezielte IKT-Schwerpunkte in den österreichischen Bildungseinrichtungen gesetzt, um die Qualität beim Lehren und Lernen zu steigern und innovative Lernszenarien in den Bildungsprozess zu integrieren.
Link: efit21 -
IKT-Strategie
Fokussierung der IKT-Maßnahmen auf die Themen Bildung, Gesundheit und Unternehmen für die nächsten fünf Jahre. Hebel zur Umsetzung: Infrastruktur, eGovernment, Mobility, Finanzierung und Sicherheit.
Link: Eckpunkte ikt Strategie -
Cybersicherheitsstrategie
Hier werden die strategischen Grundlagen, Strukturen und Prozesse sowie Governance und die Zusammenarbeit zwischen Staat, Wirtschaft und Gesellschaft festgelegt. Es geht um den Schutz kritischer Infrastrukturen, Sensibilisierung, Forschung und Entwicklung sowie internationale Zusammenarbeit.
Link: Cybersicherheitsstrategie -
E-Government Strategie
Diese legt in der Verwaltung die notwendigen Strukturen und Elemente für eine koordinierte Umsetzung von IKT und deren Kommunikation fest und definiert Prinzipen für die Umsetzung digitaler Verfahren.
Link: das e-Government ABC -
Open Government Data Strategie
Durch gemeinsame Standards sollen effektive Rahmenbedingungen geschaffen werden, die allen Interessensgruppen nützen. Die Steuerung liegt bei der Cooperation OGD Österreich.
Link: Cooperation OGD Österreich -
Positionspapier Open Source Software
In diesem Positionspapier wird beschrieben, wie die Chancen von Open Source Software (OSS) bestmöglich zum Vorteil aller genutzt werden kann.
-
Big Data in der öffentlichen Verwaltung
Das Positionspapier soll Grundlageninformationen für strategische Entscheidungen im Big Data Bereich bereitstellen. Der Fokus liegt auf strukturellen, rechtlichen, wirtschaftlichen und technischen Aspekten im Verwaltungsumfeld.
Link: PG Big Data