Gesundheit,
Pflege und
Soziales

Unterschiedliche Einflussfaktoren wie die demo­grafische Entwicklung, die zunehmende Mobilität und das Ausdünnen der ländlichen Regionen stellen auch das Sozialsystem vor neue Herausforderungen. Individuelle Bedürfnisse ändern sich und die traditionellen Grenzen zwischen Gesundheitseinrichtungen und dem Gesundheits- und Sozialwesen, aber auch anderen Politikbereichen verschwimmen. Der Einsatz neuer Technologien unterstützt den Mehrbedarf an Prävention, Information und Kommunikation, vor allem zwischen medizinischem Personal. Gerade bei medizinischen Daten müssen die Datensicherheit und der Datenschutz besonders gewährleistet sein. Der uneingeschränkte Zugang zu den eigenen Daten ist sicherzustellen.

Mit digitalen Technologien kann die bereits heute hochwertige Versorgung der Bevölkerung in den Bereichen Gesundheit und Pflege in Richtung einer stärkeren Personalisierung qualitativ weiter ver­bessert werden. Innovative Technologien im Bereich Ambient Assisted Living und Smart Home ermöglichen älteren und behinderten Menschen ein unabhängigeres Leben in ihrer gewohnten Umgebung. Dies gilt auch für die Gestaltung der Arbeitsbedingungen für Pflegetätigkeiten im häuslichen Umfeld. Neben der Ausstattung mit einer dem Stand der Technik entsprechenden Infrastruktur sind auch Aus- und Weiterbildungsangebote anzupassen, Berufsbilder weiterzuentwickeln oder neu zu schaffen und die rechtlichen Rahmenbedingungen zu adaptieren.

Der Neu- und Ausbau technologiegestützter Services ermöglichen eine Zusammenarbeit verschiedener Qualifikationen. Neben klassischen Fachanwendungen sollen unterstützende Technologien, mobile Anwendungen (Apps) sowie Social Media unter Berücksichtigung von Open-Source-Lösungen zum Einsatz kommen. Eine Voraussetzung dafür ist der barrierefreie Zugang. Technologische Lösungen sollen als Unterstützung sowie zur Verbesserung der Qualität und Prozessoptimierung, niemals jedoch als Ersatz für persönliche Kommunikation und Zuwendung eingesetzt werden.

Maßnahmen

  • Bundesweite Implementierung und Weiterentwicklung der Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) im intra- und extramuralen Bereich
  • Konzeption eines elektronischen Impfpasses, eines elektronischen Mutter-Kind-Passes sowie eines elektronischen Rezepts (E-Rezept)
  • Errichtung von Anlauf- und Beratungsstellen für die gesamte Bevölkerung, z. B. in Form eines elektronisch unterstützten Erstkontakt- und Beratungsservice (TEWEB)
  • Entwicklung einer Patient Summary mit der Zusammenfassung der wichtigsten PatientInnendaten wie Blutgruppe, Allergien oder Medikamentenunverträglichkeiten, die auch grenzüberschreitend eingesehen werden kann – die Zustimmung der PatientInnen vorausgesetzt
  • Breite Nutzung von Assistenzsystemen zur Unterstützung von älteren Menschen und Menschen mit besonderen Bedürfnissen
  • Erarbeitung von Rahmenbedingungen für elektronische Gesundheitsservices, wie etwa in der Telemedizin