Medien,
Zivilcourage
und Kultur

Digitale Technologien haben nicht nur die Erzeugung von und den Zugang zu Kulturgütern wie medialen Inhalten revolutioniert, sondern auch für einen demokratischeren gesellschaftlichen Diskurs gesorgt. Die kulturelle Vielfalt und die Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe an Bildungs-, Kultur-, Arbeits- und Freizeitaktivitäten wurden gestärkt.

Damit verbunden sind große wirtschaftliche Chancen, aber auch das Potenzial für die Entwicklung kultureller und kreativer Fähigkeiten, die genutzt werden sollen. Kunst und Kultur sollen besser sichtbar gemacht und Zugangsbarrieren durch digitale Technologien reduziert werden. Gleichzeitig müssen traditionelle Medien auch im digitalen Umfeld ihre demokratiepolitische Funktion wahrnehmen können.

Im Fokus der digitalen Entwicklung der nächsten Jahre stehen die Wieder- und Weiterverwendung kultureller Ressourcen, also Fragen des Urheberrechts. Dieses wird derzeit auf europäischer Ebene überarbeitet, nachdem seit der letzten Reform 2001 weitere Fragen und neue Lizenzformen hinzugekommen sind.

Digitale Spiele und soziale Netzwerke sind heute aus dem Freizeitverhalten von Kindern und Jugendlichen nicht mehr wegzudenken. Dazu ist es jedoch erforderlich, sie – aber auch die Eltern und PädagogInnen – über die mit der Nutzung verbundenen Chancen und Risiken bestmöglich zu informieren. Es geht um einen bewussten und reflektierten Umgang mit neuen Medien und deren Inhalten. Die starke Rolle der sozialen Netze bei der Informationsbeschaffung der BürgerInnen und die damit verbundene Verbreitung von nicht faktenbasierten und teilweise unrichtigen Meldungen stellen die Gesellschaft vor neue Herausforderungen. Zusätzlich kommt es zu selbst verstärkenden Mechanismen, indem Suchergebnisse gemäß dem bisherigen Verhalten im Netz gefiltert werden (sogenannter Echokammereffekt). Falschmeldungen im Netz und die Darstellung von Meinungen als Fakten verstärken die Problematik. Verantwortungsvolle Medienpolitik und die Förderung von Medien­kompetenz sind hier besonders gefordert.

Die Neugestaltung der Presseförderung in Österreich soll dem digitalen Wandel und damit einhergehend der Veränderung des Medien­konsums Rechnung tragen. Im Zentrum stehen dabei qualitativ hochwertige Medienprodukte sowie die JournalistInnen, die diese herstellen. Es gilt, die guten Rahmenbedingungen für Österreich als Standort vielfältiger Presseprodukte zu sichern.

Maßnahmen

  • Reform der Presseförderung, die den digitalen Wandel in der Medienwelt berücksichtigt, die journalistische Vielfalt und Qualität fördert und sowohl innovative Medienprodukte als auch traditionelle Medien beim Umstieg auf die Digitalisierung unterstützt
  • Stärkung der Aus- und Weiterbildung von JournalistInnen sowie Stärkung der Medien­kompetenz
  • Weiterer Ausbau des digitalen Angebots in und von Kunst- und Kultureinrichtungen sowie einfacher Zugang. Dazu zählen Museen, Archive, Bibliotheken, Büchereien sowie nationale und europäische Plattformen wie Kulturpool und Europeana.
  • Bessere Nutzungsmöglichkeiten digitaler kultureller Inhalte für die Bildung, die Wissenschaft, den Tourismus und den Kreativbereich unter Berücksichtigung der Interessen der RechteinhaberInnen
  • Erhöhung der Teilhabe an kulturellen Angeboten durch digitale Lösungen wie mobile Angebote, Livestreams und Augmented Reality
  • Stärkung der Eigenverantwortung und Zivilcourage durch mehr Information und Aufklärung sowie Vernetzung und Förderung zivilgesellschaftlicher Prozesse gegen die Hasskultur im Internet (#gegenhassimnetz, NoHateSpeech­Movement)
  • Maßnahmen gegen Hatespeech und andere Straftaten in elektronischen Medien, wie z. B. die rasche Löschung strafrechtlich relevanter Sachverhalte